Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

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Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von VT-4ever » 25. Juni 2019 09:04

Moin allerseits.

Bald soll jeder Autofahrer auch Motorrad fahren dürfen

Dann haben wir bald noch eine Kategorie von Verkehrsteilnehmern, auf die besonders geachtet werden muss.
Finde ich jetzt nicht so toll. Mindestanzahl von Fahrstunden usw. sollte schon vorgegeben werden.
Könnte dann ja auch passieren, dass da Leute unterwegs sind, die in ihrem Leben noch nicht mal auf einem Zweirad gesessen haben.
Und die lässt man dann in den öffentlichen Strassenberkehr los?
Den Rest wird über die Jahre wohl die Unfallstatistik zeigen. ^^
Gruß aus Niederbayern, Erich

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Re: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von miggi » 25. Juni 2019 11:43

Es ist absolut unverständlich nicht auf die eigenen Verkehrsexperten zu hören und die negativen Erfahrungen der Österreichischer bewusst zu ignorieren! Der Herr Minister hat ein unbelichtetes Verständnis für Verkehrssicherheit. Mit einer möglichen Einführung bewegt sich der Verkehrsminister im Bereich des Vorsatzes, Liberalisierung trotz besseren Wissens!
Die Lobby hat gute Arbeit der geleistet, zum Schaden des Einzelnen, Gratulation.



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Gruß Miggi
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Re: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von Martin W. » 25. Juni 2019 12:28

Ich entziehe dem Herrn "Minister" das Recht, sich über ein Thema, von dem er keine Ahnung, mitreden zu können. Anders ausgedrückt, der spinnt! Wir wissen alle, die den großen Lappen gemacht haben, das es Sinn macht, sich der Thematik zu stellen und immer wieder zu üben (Fahrsicherheitstraining)! Wie lange müssen wir diesen Mann noch ertragen?
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Re: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von Wolf » 25. Juni 2019 13:19

Wer absichtlich die Unfallstatistik für Zweiradfahrer in die Höhe treiben will , der hat garantiert Gesetzesänderungen zu Ungunsten der Motorradfahrer im Sinn.
Wieder ein Versuch der Gängelung.
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Re: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von VT-4ever » 25. Juni 2019 14:08

Dann sind wir uns ja einig [smilie=danke.gif] [smilie=jodesnemma.gif]
Der Mann ist gebürtiger Passauer. So wie ich. Und deswegen zusätzlich: [smilie=boese.gif]
Gruß aus Niederbayern, Erich

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Re: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von ati » 25. Juni 2019 14:54

Man kann doch alles auf Youth sehen und lernen. Neeee kwatsch. Warum wird im Frühjahr an Motorradfahrer appelliert es langsam angehen zu lassen obwohl man schon jahrelang fährt. Und warum gibt es wohl Sicherheitsträning.

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Re: Autofahrer sollen ohne Prüfung Motorräder fahren dürfen

Beitrag von Heravo » 27. Juni 2019 14:45

Hallo zusammen!
Kann die Aufregung über das Vorhaben Kleinkrafträder bis 125ccm (Kl.1A) auch mit dem Führerschein Klasse B fahren zu dürfen nicht verstehen.
Mit dem Führerschein Klasse 3 durften bereits kleinkrafträder bis 125ccm gefahren werden. Gilt glaube ich wenn dieser Führerschein vor 1980 erworben wurde.
Außerdem gibt es genügend Führerscheininhaber der Klasse A (Früher Kl. 1) die Jahrzehnte lang kein Moped bewegt haben dann aber ebenfalls ohne "Schnupperkurs" sich ein Motorrad kaufen und ohne Rücksicht auf Verluste drauflosfahren!

Nachfolgend mal die vorgesehenen Voraussetzungen für Klasse B - Fahrer welche dann auch 125er Motorräder fahren wollen sowie entsprechende Kommentare.

Wer einen Auto-Führerschein hat, soll künftig leichte Motorräder - 125er genannt - auch ohne zusätzlichen Motorradführerschein fahren dürfen.
Die Fahrer müssen aber mindestens 25 Jahre alt sein, seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben und eine "Fahrerschulung" mit
mindestens fünf 90-minütigen Fahrstunden absolvieren.
Dazu will Verkehrsminister Scheuer die Fahrerlaubnis-Verordnung ändern.


Von Lars Langenau

Wegen der verpatzten Pkw-Maut weht Verkehrsminister Andreas Scheuer der Wind gerade mächtig um die Ohren. Wenn schon das Prestigeprojekt der CSU nicht klappt, dann eben ein kleines Konjunkturprogramm für Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge: Auf Nachfrage der SZ bestätigte das Verkehrsministerium in Berlin, dass bald jeder Autofahrer nicht nur Mopeds mit 50 Kubikzentimeter Hubraum fahren darf, sondern auch leichte Motorräder - 125er genannt - ohne zusätzlichen Motorradführerschein. Zunächst hatte Der Spiegel darüber berichtet. Aktuell sei der Entwurf in der Ressortabstimmung und in der Länder- und Verbändeanhörung, heißt es aus dem Ministerium.

Dazu will Scheuer die Fahrerlaubnis-Verordnung ändern, wie das Verkehrsministerium auf Nachfrage gegenüber der SZ bestätigte. Auch die bislang vorgeschriebene Ausbildung und Prüfung würden wegfallen. Demzufolge sollen dann nur noch wenige Übungsstunden nötig sein, um auf der Straße auch mit Leichtkrafträdern, die mehr als 100 km/h schnell sind, unterwegs zu sein.

Konkret können demnach Autofahrer, die mindestens 25 Jahre alt sind und seit mindestens fünf Jahren im Besitz einer Fahrerlaubnis für Autos, sind, ihren Führerschein der B-Klasse künftig um eine sogenannte Schlüsselzahl 195 erweitern. Es geht dabei um Krafträder der Klasse A1 mit einem Hubraum von bis zu 125 ccm und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 Kilowatt, also 15 PS. Damit dürfen sie leichte Motorräder etwa der Marken Yamaha oder KTM oder schnellere Roller etwa von Piaggio, Honda oder Peugeot fahren. Die Leichtkrafträder können oft mehr als 100 km/h schnell fahren. Bisher war dafür ein separater Führerschein notwendig, der als Einstieg für schwere Motorräder gilt und bereits ab dem 16. Lebensjahr beantragt werden kann.

Voraussetzungen für das Führen von Leichtkrafträdern der Klasse A1 sind laut dem SZ vorliegenden Entwurf zur Änderung der Fahrerelaubnis-Verordnung demnach:

Fahrerfahrung von mindestens fünf Jahren (Klasse B: Pkw-Führerschein),
Mindestalter von 25 Jahren und
eine theoretische und praktische Schulungen im Umfang von mindestens 7,5 Zeitstunden.

Den Plänen zufolge sollen die vom Gesetzgeber bislang vorgeschriebenen 16 Theoriestunden und zwölf Fahrstunden auf dem Motorrad demnach wegfallen. Stattdessen soll es dann reichen, wenn die infrage kommenden Besitzer eines Autoführerscheins eine 90-minütige Theorieeinheit und die Praxisstunden absolviert haben. Diese können auch auf einem Verkehrsübungsplatz geleistet werden. In der Schulung sollen laut Verordnungsentwurf in Theorie und Praxis nur "die wesentlichsten Grundlagen" des Motorradfahrens vermittelt werden. Generell gelte, dass der Fahrschüler und/oder der Fahrlehrer sicherstellen muss, dass der Fahrer das Fahrzeug sicher steuern kann. Sei dies nicht der Fall, würden weitere Fahrstunden benötigt.
Verkehrsexperten sind entsetzt

Ziel sei, mehr Mobilität - insbesondere auch im Bereich der Elektromobilität - zu ermöglichen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit sicherzustellen. Gerade im ländlichen Raum stärke man so die individuelle Mobilität und mache den Verkehr durch den Einsatz alternativer Antriebe klimafreundlicher, heißt es aus dem Ministerium. Die Führerschein-Erweiterung soll demnach etwa 500 Euro kosten. Wie viele Autofahrer davon Gebrauch machen, sei "nicht abzuschätzen", schreibt das Ministerium.

Unter "Begründung" heißt es im Entwurf lediglich, die EU gebe den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, Autofahrer auch A1-Motorräder fahren zu lassen - das solle genutzt werden. Das Ministerium verwies am Donnerstag darauf, dass unter anderem Österreich diese Regelung auch schon habe. Der Verkehrssicherheitsrat findet das "vollkommen unverständlich". Wenn man ein größeres Risiko in Kauf nehme, müsse das "zumindest einem erkennbaren Ziel" dienen, etwa der Förderung der Mobilität. "An der Unfallstatistik lässt sich aber gerade ablesen, dass Leichtkrafträder in starkem Maße für Freizeitfahrten am Wochenende in den Sommermonaten genutzt werden, und nicht primär, um zur Arbeitsstätte zu gelangen", heißt es in der Stellungnahme. In Österreich hätten die Zahl der Zulassungen und die Unfälle zugenommen, nachdem die Regelung eingeführt worden sei.

Der Spiegel zitiert den Deutschen Verkehrssicherheitsrat, man sei von dem Vorschlag "entsetzt". Es sei "fraglich", dass "plötzlich" die Anforderungen deutlich gesenkt werden sollten - die EU erlaubt das den Mitgliedsstaaten nämlich schon seit 13 Jahren. Es gebe auch "keine hinreichenden Gründe, den Zugang zur zweitgefährlichsten Fahrzeugklasse auf deutschen Straßen zu lockern", heiße es in einer Stellungnahme. Noch gefährlicher seien lediglich Motorräder einer höheren Hubraumklasse. Man erwarte im Zuge der von Scheuer avisierten Fahrerlaubnis-Lockerung mehr Tote und Verletzte durch Motorradunfälle. Besonders gefährdet seien neben sehr jungen Fahrern 45- bis 55-jährige "Neu- und Wiedereinsteiger", die ohne ausreichende Übung zu schnell und riskant fahren könnten. Dies befürchtet laut Spiegel auch die bundeseigene Bundesanstalt für Straßenwesen und rät von Scheuers Idee ab. "Aus wissenschaftlicher Sicht" werde eine Modifikation der derzeitigen Regelungen "nicht empfohlen".

Ganz neu ist die Debatte jedoch nicht: Bei denjenigen, die ihre Fahrerlaubnis bereits vor April 1980 erworben haben, ist die A-1-Fahrerlaubnis im Pkw-Führerschein mit drin, alle anderen mussten nochmal zur Fahrschule. Um zu verstehen, wie gefährlich Motorradfahren sein kann, sei ein Blick in die Statistik empfohlen. Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2017 66 Fahrer solcher Leichtkrafträder bei Unfällen. A1-Motorräder hätten bei den "Hauptverursachern von Unfällen mit Personenschaden den traurigen Platz 2" belegt, schreibt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Oder es reicht ein Blick in die polizeilichen Pressemitteilungen der vergangenen zwei Tage:
Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein wie andere mich gerne hätten!
Die Linke zum Gruße
Ralph Henry

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